Projekt: Pa

Lange habe ich überlegt wie ich mich am besten beschreiben kann.
Oder begreiflich mache wer ich bin und was ich hier machen.

Ich selbst begreife die Idee dessen, was ich bin noch nicht gänzlich und fürchte das es auch immer so sein wird.
Aber es ist gut so.
Eine Idee darf nicht starr sein. Sie muss leben und sie muss atmen und sich bewegen dürfen.
Wenn ich genau wüsste wer ich bin, dann würde ich mich begrenzen.
Ich bin ein sprunghafter Träumer. Ein Pendel und Mensch der Extreme.
Von einer Idee zur nächsten. Vom absoluten Abenteuer zum chillen in der Hängematte.
Beides gibt mir unglaublich viel, aber ein Mittelweg scheint kaum möglich.

Am Ende meiner Überlegung habe ich mich dazu entschlossen das mein erstes Interview mit Leonie von www.leoniehochrein.com/roadstories/ mich und meinen Geist am besten widerspiegelt.
An dieser Stelle möchte ich Ihr noch einmal sagen was für eine große Ehre es war an Ihrem Kunstprojekt teil zu haben und ein Teil davon zu sein.
Ihre Fragen haben mich als Person perfekt eingefangen und haben mich auch noch Tage danach darüber nachdenken lassen.
Schaut euch Ihre Seite auf jedenfall an. Es ist den Blick wert.

Hier könnt Ihr meine Antworten lesen und euch ein besseres Bild von mir machen und vielleicht besser verstehen was mich in unserem Projekt ausmacht.

Was bedeutet GLÜCK für dich?

Was mich glücklich macht – in erster Linie Zeit haben. Gar nicht so sehr die materiellen Dinge. Ich war früher auch jemand, der viel besessen hat – vom großen Fernseher bis zum Auto, Luxusausstattung in meiner Wohnung.
Aber mittlerweile stelle ich fest, das Zeit das Wichtigste ist, was ich besitzen kann.
Den Luxus, morgens nicht von einem Wecker geweckt zu werden und trotzdem früh auszustehen, um den Tag zu genießen.
Was mich glücklich macht, sind definitiv die Momente. Im Zillertal vor zwei Jahren war so ein Moment, da bin ich morgens um halb acht aus dem Zelt gekrochen, die Sonne war noch nicht ganz über die Alpen drüber. Ich habe mir – in einer ganz alten, rostigen Bialetti – einen Kaffee gemacht und mich dann an einen Baum gesetzt. Um kurz vor acht kommt dort die Sonne über die Alpen.
Ich saß dort im taufrischen Gras an einen Baum gelehnt gesessen und die ersten Sonnenstrahlen haben mir das Gesicht gewärmt, auch wenn das jetzt leicht poetisch klingt.
Mit Kaffee in den ersten Sonnenstrahlen im Gras sitzend – dort hatte ich glaube ich, meinen aufrichtig glücklichsten Moment, von dem ich jetzt noch zehre.
Wenn es mir schlecht geht, erinnere ich mich daran.
Darüber ist mir klar geworden, dass es diese Art von Momenten sind, die mich wirklich glücklich machen.
Freunde, Kaffee, Sonne, draußen sein – und das unabhängig von Luxus.
Wenn es ein Kaffee schafft, mich so glücklich zu machen, dann braucht man tatsächlich nicht mehr.
Zeit haben. Qualitative Zeit haben. Das macht mich glücklich.

Was bedeutet ZUHAUSE für dich?

Das ist interessant… Ich stelle mir diese Frage mein Leben lang und war bis vor Kurzem immer auf der Suche nach einem Zuhause. Ich habe das sehr lange mit einem Ort verknüpft und festgestellt, dass ich mich nirgendwo zuhause fühle. Das hat ein unfassbar trauriges Gefühl in mir ausgelöst, wenn man auf der Suche nach etwas ist und es nicht finden kann, wird man schnell deprimiert. Ich habe einfach immer nach dem falschen Konzept gesucht.
Zuhause ist für mich heute kein Ort, sondern es ist ein Lebensgefühl.
Im Moment ist es so, dass ich bei meiner Freundin zuhause bin. Nicht bei ihr in der Wohnung oder bei mir, sondern wenn sie da ist; wenn ich vollkommen ruhig bin, wenn ich mich geborgen und in Sicherheit fühle, dann bin ich zuhause. Und es ist egal wo ich mich dann befinde. Es kann an einer Felswand sein, auf dem Sofa, es kann tatsächlich auch einfach nur im Auto auf einer Fahrt irgendwohin sein. Solange ich bei Menschen bin, bei denen ich mich sicher und aufgehoben fühle, bin ich zuhause. Zuhause ist für mich ein Gefühl der Sicherheit, unabhängig vom Ort.

Was sind die Momente die in deinem LEBEN richtungsweisend waren?

Dinge, die in meinem Leben richtungsweisend waren.. das ist schwierig. Mein Burn-out war richtungsweisend, definitiv. Weil es mir die Augen geöffnet hat darüber, was es wirklich bedeutet, frei zu sein – nämlich nicht, mir Dinge leisten zu können, zu besitzen, immer im selben Hamsterrad zu sitzen und zu hoffen, dass es irgendwo woanders hinführt. Sondern, die Augen für das Wesentliche offen zu haben,für die Menschen um mich herum, für die Momente, für Zeit, im Endeffekt. Das hat mein Leben komplett umgekrempelt, vom ehemaligen Soldaten und Rettungsassistenten zu einem Klettertrainer, der mehr frei hat als er arbeitet. Diesen Unwillen, fünf Tage gegen zwei zu tauschen, das hat das ausgelöst. Ich glaube, das war der richtungsweisendste Moment meines Lebens.
Der andere war der erste Moment, in dem ich tatsächlich stolz gewesen bin auf meine eigene Leistung, weil ich es selber geschafft habe, ohne dass irgendjemand anders etwas dafür getan hat. Das war nach drei Monaten bei der Bundeswehr, man hat dann eine Rekrutenprüfung, eine Abschlussprüfung, bei der man sein Barett, also seine Kopfbedeckung, bekommt und somit „richtiger“ Soldat ist.
Ich habe mich damals dafür entschieden, zu den Fallschirmjägern zu gehen – also zu den ziemlich härtesten Arschlöchern, die auf dieser Welt existieren – und habe mich drei Monate durch diese Grundausbildung gekämpft. Habe Blut, Schweiß und Tränen dafür vergossen, im wahrsten Sinne des Wortes. Mir stand niemand zur Seite, der mich dadurch gebracht hat, das war meine eigene Leistung. Und das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich alles allein geschafft habe und auch, dass ich mich selber motivieren musste. Dieses Barett zu bekommen und zu erkennen, dass ich das geschafft habe, ohne jegliche Hilfe, war unglaublich wichtig.
Weil ich erkannt habe, dass ich alles schaffen kann, wenn ich es will. Dass mir, meinem Körper und meinem Geist, keine Grenzen gesetzt sind außer die, die ich mir selber setze.
Um der Zahl drei gerecht zu werden..Ich weiß nicht, wohin dieser letzte Punkt führt, weil ich diese Erkenntnis erst vor wenigen Tagen hatte. Ich bin ein extrem streitbarer Mensch. Nicht weil man mit mir nicht streiten könnte, das geht tatsächlich sehr leicht, sondern weil ich ein extrem großes Ego habe, das über allem steht, das sich bis ins Unendliche aufplustern kann. Was wesentlich schlimmer ist aber, dass ich bereit bin, für mein Ego ins Unendliche zu eskalieren, sodass kein Mensch eine Chance hat gegen mich zu gewinnen. Aber es gibt einen Auslöser, der mein Ego in sich zusammenfallen lässt, nämlich wenn ich merke, dass Menschen, die ich liebe, dadurch in Gefahr geraten – durch mich.
Meine Freundin kann streiten nicht aushalten. Sie fällt in sich zusammen, wird leise, und würde unter meinem Ego einfach zerbrechen. Jedes Mal wenn wir anfangen könnten zu streiten und ich das in ihrem Gesicht sehe, fällt mein Ego in sich zusammen – weil sie wesentlich bedeutender ist als mein Ego, das ist der Streit nicht wert.
Meine Liebe, der Wille Menschen, die ich liebe zu beschützen, ist größer als ich selbst.
Dass darüber mein Ego in sich zusammenbricht und keinen Wert mehr hat, war für mich eine unglaubliche Erkenntnis.
Dass mein Ego nicht das Größte ist, was an mir existiert, sondern nur, was bislang am lautesten aus mir geschrien hat.
Wie gesagt, ich habe keine Ahnung, wohin diese Erkenntnis führt – sie ist erst 4, 5 Tage alt, es ist echt verrückt – aber ich glaube, es ist die lebensveränderndste Erkenntnis ist, die ich je hatte.
Weil mit einem Mal nicht mehr ich allein im Vordergrund stehe, sondern die Menschen, die ich liebe und die mir etwas bedeuten.
Ich glaube, das sind die wichtigsten Momente und Dinge.

Anke’s question: (In a non-material way:) What is the most important thing for you in life? Was von dem was du tust, entspricht dem?

Das ist schwer zu beantworten…
In Harmonie zu kommen. Mit mir selbst, mit den Menschen um mich herum und mit der Welt im Allgemeinen. Es ist wesentlich für mich im Fluss zu sein und Harmonie zu erreichen.
Ich bin ein Mensch der Extreme, der auf der Suche nach sich selbst ist und darüber sehr in Schwankungen gerät. Ich schwanke von fast depressiv bis euphorisch (ohne bipolar zu sein..).
Das Pendel Richtung Null zu bekommen, in Harmonie zu sein. Ich meine das sehr umfassend, nicht nur glücklich zu sein, sondern auch: zu wissen, wer ich bin. Mich selbst akzeptieren zu können.
Es geht mir nicht darum, mich zu verändern, sondern mich zu kennen und zu akzeptieren, das empfinde ich als Harmonie.
Ich glaube, das ist der wesentliche Punkt, warum ich lebe und warum ich dieses Leben lebe.
Dieses Ziel steht über allem: In Harmonie zu sein.

Antwort auf den zweiten Teil der Frage: Alles. Jeder Schritt den ich tue unterliegt diesem Ziel

Pasquals Frage: Was würdest du tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Und warum tust du es nicht?


„Wer bin ich?
Ich habe eine Ahnung wer ich bin – genau der gleiche wie du es bist.
Nicht besser als du. Nicht weniger als du.
Denn es gibt niemanden, der jemals genau so ist,war oder sein wird wie du oder ich. „

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen