Inside my brain

Ich atme ein.
Ich atme aus.
Ich atme tiefer ein und atme mit einem Seufzer wieder aus, bis alle Luft aus meinen Lungen gewichen ist.
Mein Hände gleiten wie von selbst an den Felsen und die richtige Startposition.
Meine Bauchmuskeln spannen sich an, mein Rücken weitet sich durch die  sich langsam anstrengenden Muskeln und meine Beine heben sich in ihre Position zum regulären Start von Misa Verde (7a).
Meine Gedanken sind frei, förmlich verschwunden nach dem letzten Ausatmen.
Ich denke nicht mehr, ich funktioniere.
Tausendfach habe ich die Bewegungen gemacht und in Gedanken durchgespielt.
Stunden habe ich die letzten Tage in dieser Route verbracht.
Keinen Kopf für etwas anderes gehabt.
Das ist der finale Go, jetzt zählt es. Alles muss stimmen.
Ich habe alle vorrangegangnen Fehler analysiert und weiß, wie ich sie vermeiden kann.
Jede Bewegung ist einstudiert.
Der linke Fuß hebt sich über Kopf zur linken Hand und hookt sich fest.
Meine rechte Hand greift in ein kleines Fingerloch.
Links greife ich hoch auf eine kleine Leiste, mehr ein Auflieger, aber meine Finger stellen sich auf und spannen sich an.
Meine Hüfte hebt sich nahe an den Felsen und wie von selbst gleitet mein rechtes Bein unter meinem linken hindurch um zu hinterscheren.
Mein Schwerpunkt ist richtig verlagert und so kann ich an den vorstehenden Zapfen greifen.
Erste kurze Ruheposition.
Keine Zeit zum Denken. Mein Körper hat das Kommando übernommen.
Ich stelle mich so gut es geht auf. Meine linke Hand wandert nach oben in einen Seitgriff und ich ziehe mit aller Kraft daran. Mein linker Fuß muss an die Leiste, wo vorher meine linke Hand war.
Hooken!
Denk daran, sage ich mir, stell deinen Hook in deine Körperlinie. Dass heißt, ich muss ihn ganz nach außen links drehen. Maximaler Halt mit dem Fuss ist so garantiert und der Hook hält.
Nun muss ich um den Felsen greifen. Dort ist eine kleiner Spalt für meine Fingerkuppen.
Sobald sie dort liegen, kann ich meinen rechten Fuß unter meinen Körper auf ein sogenanntes Trittband stellen.
Eine breite Felsfläche. Jetzt die Hüfte an die Wand pressen und mit wohl dosiertem Schwung an die Nase über mir greifen.
Das ist meine Crux. Hier bin ich tausendmal gefallen. Mal heftig, mal sanft, aber immer auf den Boden der Tatsachen zurück.  schön 🙂
Ich spüre sie an meiner Hand. Ich habe sie!. Jetzt den linken Fuß im Hook halten. Alles in meinem Kopf schreit: „HALT SIE FEST!“
Jetzt nur nicht die linke Hand verlieren. Und genau das passiert. Ich verliere sie aus dem Seitgriff.
Aber der Hook und die rechte Hand halten.
Ich beiße die Zähne zusammen, jeder Muskel spannt sich an, damit ich es halten kann. Es hält.
Erleichtert atme ich aus. Jetzt noch die Füße sortieren und rauf geht es an eine echt gute Schuppe.
Topgriff.
Geschafft!
Glücklich albere ich noch am Topgriff rum, bis ich endlich auf das Chrashpad springe und mir meine Siegerfaust abhole.
 
 
 
 
Avalonia verzaubert. 100 Meter Luftlinie Waldeinwärts von der Landstraße entfernt und doch hört man kaum etwas anderes als Vogelgesang und hin und wieder den Kraftschrei eines freilaufenden Boulderers.
Jonas
Ballerina
Einer der besten Orte zum Bouldern rund um Bonn. Sieht aus wie draußen sein aber fühlt sich wie eine Halle an. Daniel ( der Erbauer) hat hier ganze Arbeit geleistet. Ein wahres Meisterwerk mit einer Vielzahl an schönen Bouldern. Aber definitiv auch was fürs Auge wie man sehen kann! Immer eine Reise wert!
Pasqual
Boulderer

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